Stoßwellentherapie – Mechanische Energie gegen den Schmerz

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Bei der radialen Stoßwellentherapie wird mit Hilfe eines im Handstück beschleunigten Projektils eine mechanische Druckwelle erzeugt, die über einen Applikatorkopf auf den menschlichen Körper übertragen wird und sich im Gewebe ausbreitet. Die mechanische Energie wird vom Gewebe absorbiert und nimmt mit zunehmender Entfernung vom Ort der Einkoppelung ab.

Durch den mechanischen „Stress“ werden im Gewebe Reaktionen ausgelöst, die positiven Einfluss auf eine Vielzahl von orthopädischen und neurologischen Krankheitsbildern haben wie zum Beispiel bei:

  • Insertionstendopathien
  • Sehnenaffektionen
  • chronischen Reizzuständen
  • hypertonen Muskelsystemen
  • myofaszialen Syndromen
  • Haematom-Behandlungen

Die Methode wird weltweit mit großem Erfolg von Therapeuten eingesetzt.  Zimmer MedizinSysteme bietet mit den enPuls-Geräten nun Systeme an, die alle Vorteile der Anwendung kompakt, mit den geringsten Folge- und Betriebskosten, bester Bedien- und Anwendbarkeit und maximaler Flexibilität und Mobilität bündeln.

Stoßwellentherapie – Wirkungsweisen

Die Ursachen für die beobachteten medizinischen Wirkungen konnten mittlerweile innerhalb von 55 Studien belegt werden. Die Studien sorgen dabei für ein besseres Verständnis für die Ursachen und Wirkungen der radialen Stoßwelle.

Es gibt im Wesentlichen zwei Wirkungsansätze:
– die direkte Reaktion auf die mechanische Reizung
– die indirekte Stimulation mit der Auslösung zellulärer und biochemischer Prozesse aufgrund der Triggerung eines reaktiven Systems.

Direkte Wirkung:

  • Normalisierung des Muskeltonus über eine Stimulation der Muskelspindel und der Golgi-Apparate der Muskelsehne
  • Schmerzüberlagerung nach dem Gate-Control-Prinzip (Melzack und Wall) mit paralleler Endorphin-Ausschüttung durch Stimulation der Druck- und Tastrezeptoren der Haut
  • Anregung der Zellaktivität und Veränderung der Zellmembran-Permeabilität durch direkten mechanischen Stress in der Zellwand
  • Zelleigene Aufbauprozesse zur Verstärkung der mechanischen Struktur als Folge des mechanischen Stresses an der Grenze der Belastungsfähigkeit.

Indirekte Wirkungen:

  • Vermehrter Stoffwechsel der Zelle durch Veränderung der Membrandurchlässigkeit, z.B. durch Öffnen der Glutamatkanäle
  • Ausschüttung von Substanz P, einem Neurotransmitter und Schmerzmediator, ins Gewebe mit folgender nervaler Gewöhnung und damit Absenkung der Schmerzschwelle
  • Freisetzung von AGF und VGF (Wachstumshormonen) mit entsprechender Zellreaktion
  • Erhöhte Zellaktivität durch Genexpression

Ähnlich der bei vielen Therapeuten bekannten Querfriktion nach J.Cyriax, kommt es bei der Anwendung der radialen Stoßwellentherapie zu verschiedenen, direkt beobachtbaren Auswirkungen während bzw. direkt nach der Behandlung:

  • Anfangs unangenehm bis schmerzhaft, kommt es in der Regel zu einer raschen Gewöhnung an die Behandlung mit guter Toleranz gegenüber der eingebrachten Stoßwelle
  • In der Regel zeigt sich bereits direkt nach der Behandlung eine eindeutige Schmerzreduktion
  • Eine Erweiterung der Beweglichkeit tritt auf
  • Eine Normalisierung des Muskeltonus tritt auf
  • Vorher tastbare Myogelosen haben sich aufgelöst